Schlagwort-Archive: Jesus

Der Prozess von Jesus Christus

»Was geht hier vor? Kein gewaltiger Kampf wird geführt; keine erschütternden Antworten werden gegeben; keine geheimnisvolle Größe bricht durch, welche die Gegner bezwänge oder auf ihr Verhalten wirklich Einfluss hätte und wäre es nur so, dass sie aus der Fassung kämen. Der Prozess geht genau den beabsichtigten Gang, erzielt das vorgesehene Ergebnis und Jesus kämpft nicht. Er beweist nicht. Er widerlegt nicht. Er greift nicht an. Er lässt dem Geschehen freien Lauf. Sein Schweigen macht, dass geschieht, was geschehen soll.«

– Romano Guardini

Die Kreuzesstrafe im »Antiken Palästina«

Kreuzigung-Jesus

Die antiken Verfahrensweisen bei der Kreuzigungsstrafe sind recht verschieden. Wir skizzieren hier nur kurz den Ablauf, der im römischen Palästina der üblichste war. Die Kreuzigung war – nach den Schilderungen des römischen Staatsmannes und Anwalts Cicero – die grausamste und fürchterlichste Todesstrafe. Die Römer hatten sie von den Karthagern übernommen. Sie wandten diese Form der Hinrichtung nur bei Sklaven und gemeinen Verbrechern an. Römische Bürger durften nicht gekreuzigt werden.

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Die Kreuzigung Jesu aus medizinischer Sicht

PassionChristi

In diesem Artikel werde ich einige der physischen Aspekte der Passion, oder des Leidens, von Jesus Christus erörtern. Wir werden ihm von Gethsemane durch seinen Gebetskampf, seine Geißelung, seinen Pfad entlang über die Via Dolorosa folgen, bis zu seinen letzten Todesstunden am Kreuz.

Ich merkte plötzlich, dass ich die Kreuzigung all die Jahre mehr oder weniger als gegeben hingenommen hatte – dass ich durch eine zu große Vertrautheit mit den grimmigen Details zu einer entsetzlichen Gefühllosigkeit gekommen war – und einer zu entfernten Freundschaft mit ihm selbst. Es fiel mir schließlich auf, dass ich als ein Arzt nicht einmal die tatsächliche unmittelbare Todesursache kannte. Die Evangelisten helfen uns in diesem Punkt nicht sehr, weil Kreuzigung und Geißelung während ihres Lebens so üblich war, dass sie eine detaillierte Beschreibung zweifellos als völlig überflüssig ansahen – so dass wir die kurzen Worte des Evangelisten haben: „Pilatus, der Jesus geißeln ließ, überlieferte ihn an sie zur Kreuzigung – und sie kreuzigten ihn.“

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Gott ja, aber wozu Jesus?

Wilhelm BuschSehen Sie: So ein alter Pfarrer wie ich, der ein Leben lang in der Großstadt gewirkt hat, bekommt im Laufe der Jahre permanent die gleichen Schlagworte zu hören. Eins heißt: »Wie kann Gott das alles zulassen?« Ein anderes lautet: »Kain und Abel waren Brüder. Kain schlug Abel tot. Wo hat Kain seine Frau her?« Und eines der beliebtesten Schlagworte ist dies: »Herr Pfarrer, Sie reden immer von Jesus. Das ist doch fanatisch. Es ist doch ganz egal, was man für eine Religion hat. Hauptsache, man hat Ehrfurcht vor dem Höheren, dem Unsichtbaren.« Das ist doch einleuchtend, nicht? Dasselbe hat mein großer Landsmann Goethe – er ist auch aus Frankfurt – schon gesagt:

»Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch …« Ob wir Allah, Buddha, Schicksal oder »Höheres Wesen« sagen, das ist ganz egal. Hauptsache, wir haben überhaupt einen Glauben. Und es wäre fanatisch, den präzisieren zu wollen. Das denken doch fünfzig Prozent von Ihnen auch, nicht wahr? Ich sehe die alte Dame noch vor mir, die mir erklärte: »O Herr Pfarrer, Sie immer mit Ihrem Jesus-Gerede! Hat nicht Jesus selber gesagt: ›In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen‹? Da haben alle Platz!« Meine Freunde, das ist ein ganz großer Schwindel!

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“Sagen Sie mir nichts von Jesus!”

HirteEin vornehmer sächsischer Staatsmann wurde einmal ernstlich krank. Da schickte er zum Hofprediger und ließ um seinen Besuch bitten. Als dieser zu ihm kam, redete er ihn folgendermaßen an: “Ich bin sehr krank und fürchte, ich könnte sterben; ich bitte Sie daher, mir etwas Erbauliches zu sagen; eins aber muss ich mir von vorne herein ausbitten: dass Sie mir nichts von Jesus sagen, denn davon will ich nichts hören.”

Der Prediger antwortete ganz ruhig: “Es ist mit lieb, dass Sie mir das gleich gesagt haben, denn das wäre allerdings das erste gewesen, wovon ich zu Ihnen geredet haben würde. Indes gibt es ja sonst noch viel Erbauliches, wovon wir uns unterhalten können. Darf ich von Gott mit Ihnen reden?” Der hohe Patient antwortete: “O, gewiss, davon will ich gerne hören, denn vor Gott hatte ich immer viel Hochachtung von Jugend auf.” Da sprach denn der Prediger von der Liebe Gottes zu den Menschen, was dem Kranken so angenehm war, dass er ihn beim Abschied bat, doch recht bald wiederzukommen.

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Wie konnte Gott Mensch werden?

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Wunder – unmöglich? Die Jungfrauengeburt – ein Witz? „Unsere eigentliche Skepsis gilt gar nicht den Wundern, der Jungfrauengeburt oder der Auferstehung“, sagt Professor James Packer, „sondern der Behauptung, dass Gott in einem Baby in diese Welt kam.“ Warum er die Menschwerdung Gottes für das wichtigste Ereignis der Geschichte hält und was sie in unserem Alltag auslösen kann, erklärt der Theologe im folgenden Interview.

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Von Gott und seiner Dreieinigkeit

Westminster_Standards_170Es gibt nur einen einzigen lebendigen und wahren Gott, der unendlich ist in Wesen und Vollkommenheit, ganz und gar Geist, unsichtbar, ohne Körper, Teile oder willkürliche Gemütserregungen. Er ist unveränderlich, unermeßlich, ewig, unbegreiflich, allmächtig, allwissend, absolut heilig, vollkommen frei, herrscht völlig uneingeschränkt und wirkt alle Dinge nach dem Rat seines eigenen unwandelbaren und absolut gerechten Willens zu seiner eigenen Ehre.

Er ist voller Liebe, Gnade und Barmherzigkeit, geduldig, reich an Güte und Wahrheit, vergibt Missetat, Übertretung und Sünde und belohnt, die ihn eifrig suchen. Zugleich ist er absolut gerecht und sehr schrecklich in seinen Gerichten, denn er haßt alle Sünde und spricht den Schuldigen auf keinen Fall frei.

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„Um deines Sohnes willen“

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Zur Zeit des amerikanischen Krieges trat eines Tages ein Soldat in das Zimmer des Richters Arthur. Er war sehr dürftig bekleidet und auf seinem Angesicht prägten sich unverkennbar Leiden und Entbehrungen aus. Der Richter beachtete ihn kaum, da er sehr beschäftigt war und nicht gestört werden wollte. Mit den Worten: „Ich habe einen Brief an Sie abzugeben“, legte der Soldat dem Richter ein Papier auf das Pult. Als der Richter eben sagen wollte, dass er jetzt keine Zeit für dergleichen Dinge habe, erkannte er auf dem Schreiben die Handschrift seines Sohnes, von dem er wusste, dass er auf dem Schlachtfelde stand.

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