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Das Herz der Anbetung – eine Exegese

Im Alten Testament lautet das hebräische Wort für Anbetung schachah, was die Strong’s Concordance definiert als „herabdrücken, sich niederwerfen (insbesondere in Verehrung vor einem König oder vor Gott), sich niederbeugen, ducken, niederfallen, flach auf den Boden fallen, demütig anflehen.“ Im Neuen Testament wurde das Wort proskyneo meistens mit „Anbeten“ übersetzt. Es bedeutet so viel wie „küssen, wie ein Hund die Hand seines Herrn leckt, kuschen, ducken, sich in Ehrerbietung niederwerfen.“

– Dan Lucarini in Worship bis zum Abwinken, S. 45

Christlicher Lobpreis: »Seid ihr glücklich?!?!?!«

Kind_mit_GitarreDer Lobpreisleiter fing schon mit diesem Grinsen an, für das man eigentlich einen chirurgischen Eingriff bräuchte, um es an einem Sonntagmorgen zustande zu bringen. Dann schlug er einen fröhlichen Akkord auf seiner Gitarre an und rief: »Seid ihr glücklich?!« Die Gemeinde grummelte irgend etwas Undefinierbares. Der Lobpreisleiter zog seine genetisch abgewandelten Mundwinkel noch ein Stückchen höher, ließ noch einen fröhlichen Akkord von seiner Gitarre erklingen und rief wieder: »Seid ihr wirklich glücklich?!?!« »Ja…«, antwortete die Gemeinde gedehnt und gab sich wirklich alle Mühe, diesmal einigermaßen überzeugend zu klingen. Aber auch das war noch nicht gut genug. »Das reicht noch nicht«, rief der Lobpreisleiter, »Los – schließlich sind wir in der Kirche! Also: Seid ihr glücklich?!?!?!« – »JA!!!«

An dieser Stelle des Gottesdienstes stand ich auf und schrie: »Ich bin NICHT glücklich. Und das Einzige, was mich jetzt glücklich machen würde wäre, Dir die Gitarre in den Hals zu rammen!«

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Lucarini, Worship bis zum Abwinken

Lucarini WorshipEin sehr gutes, tiefgründiges, relevantes Buch, das auf den ersten Blick nur unterschätzt werden kann.

Worship bis zum Abwinken ist die deutsche Übersetzung des englischen Buches Why I left the Contemporary Christian Music Movement. Der wohl originell aber vielleicht etwas zu flapsig übersetzte Titel mag über die Qualität des Buches hinwegtäuschen. Dazu dämpfen der eher unbekannte Name und die begrenzten Mittel zur Vermarktung dessen weitere Verbreitung, was wirklich schade ist.

Lucarini hat sicher nicht „abgewunken“, als er seinen Dienst als Lobpreisleiter aufgegeben hat. Stattdessen beweist er mit diesem Buch, als reifer Christ auf bestimmte Fehlentwicklungen in den Gemeinden hinweisen und sie mit viel Scharfsinn aufdecken zu können. Seine Erfahrungen als Insider, seine Bibelkenntnis und seine Demut prägen die Qualität seiner These.

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