Schlagwort-Archive: Seelsorge

Auf das Tun kommt es an!

Arbeit

»Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg!« – Matthäus 21, 28

Ich kenne Menschen, die die Aufforderung: »Arbeite!« nicht lieben! Sie blicken sehr finster drein, wenn ihnen etwas von Pflicht gesagt wird. Wer mit dieser Anordnung nicht zufrieden ist, ist mit Gott unzufrieden! Das sollte er bedenken! – Wer den praktischen Teil des Christseins nicht liebt, mag mit der Lehre tun, was ihm beliebt; aber ihm fehlt das Wichtigste.

Der Text sagt: »Arbeite!« Das ist etwas Praktisches, etwas Wirkliches. Arbeite! Er sagt nicht: »Mein Sohn, denke und grüble, mache merkwürdige Versuche, finde neue Lehren und überrasche deine Mitmenschen mit deinen eigenen, oft wunderlichen Seltsamkeiten!«

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Unvermischt mit dem Müßiggang

Traktor„Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt.“ – Römer 12:11

Ein wahrer Jünger dessen, der gesagt hat: »Ich muss wirken, solange es Tag ist«, kann nicht träge sein. Von den wirklichen Christen wird man sagen können: »Sie sind alle an der Arbeit, und sie sind immer an der Arbeit.« Es ist etwas Schreckliches, wenn es mit Recht heißt: »Er geht zwar in die Gebetsstunde, aber zu Haus mag er nicht gern etwas tun.« »Der Mensch ist zur Arbeit geboren, wie der Vogel zum Fliegen,« hat Luther gesagt. Ein Christ mag schwach sein und nicht so viel arbeiten können als sein weltlich gesinnter Nebenmann, aber an Treue in der Arbeit und an Willigkeit zu ihr muss ein Christ unübertrefflich sein.

O mein Leser, welchen Beruf du nach dem Willen Gottes auch haben magst, pflege nicht des Müßigganges, sei nicht träge, sondern sei ein fleißiger Arbeiter, der ständig mit seinem Berufe vor Gott steht. Wie, du willst ein Christ sein und willst nicht arbeiten? Du willst beten und willst nicht wahrhaft treu sein in deinem Beruf? Du willst andere zu Christus führen und willst dich nicht auszeichnen durch tägliche Pflichterfüllung? Dir wird niemals das Größere anvertraut, wenn du nicht im Geringsten treu sein willst. Arbeite, denn in der Arbeit liegt der Segen. Der Faule dreht sich im Bett, wie die Tür in der Angel. Ein schlafender Fuchs fängt keinen Hahn. Wie kannst du dich einen Christen nennen, wenn du nicht auf deinem Posten sein willst; wie kannst du beten, wenn du nicht arbeitest? Tue immer etwas, damit dich der Teufel nicht unbeschäftigt findet. Sei unvermischt mit dem Müßiggang!

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Was der Jugendrichter dem Teenager sagt

Geh heim, mäh den Rasen, putz die Fenster, lern Kochen, bau ein Regal, such dir einen Job, besuch Kranke, mach deine Schulaufgaben – und wenn du damit fertig bist, dann lies ein Buch. Deine Stadt schuldet dir keinen Freizeitpark und deine Eltern schulden dir keinen Spaß. Nicht die Welt schuldet dir das Leben, sondern du schuldest der Welt etwas. Du schuldest ihr Zeit, Energie und Talent, damit dadurch keiner mehr in den Krieg ziehen, keiner mehr allein, keiner mehr krank sein muss. Mit anderen Worten: werd erwachsen, hör auf wie ein nörgelndes Baby zu sein und zeig endlich Rückgrat, nicht Wunschdenken! Beginn endlich eine verantwortungsvolle Person zu sein. Du bist wichtig und du wirst gebraucht! Es ist zu spät um herumzusitzen und auf jemanden zu warten der irgendwas tun soll. Irgendwann ist nämlich jetzt und irgendjemand bist du!

– Jugendrichter auf die resignierende Frage von Teenagern: „Was können wir schon tun?“

Die Notwendigkeit von Disziplin und Charakter

DisziplinDisziplin ist das, was der Mensch heute am meisten nötig hat und was er am wenigsten mag.

Zu oft versuchen junge Leute, die von zu Hause ausziehen, Studenten, die ihr Studium abbrechen, Eheleute, die die Scheidung einreichen, Gemeindemitglieder, die die Versammlung versäumen, Angestellte, die kündigen, damit einfach nur der Disziplin zu entkommen. Hundert Ausreden mögen oft über das wahre Motiv ihres Handelns hinwegtäuschen, aber hinter der dürftigen Fassade steckt der stahlharte Kern von Abneigung gegen Einschränkung und Kontrolle.

Ein großer Teil unserer Rastlosigkeit und Labilität kann auf diesen grundlegenden Mangel im modernen Charakter zurückgeführt werden. Unsere überfüllten Psychiatrien, Krankenhäuser und Haftanstalten sind nichts anderes als Symptome einer Zeit, die keine Disziplin kennt. Es mag viele zweitrangige Ursachen geben, ebenso viele zweitrangige Heilmittel, aber hinter allen diesen besteht irgendwo die Notwendigkeit der Disziplin. Die Art der Disziplin, die erforderlich ist, geht viel tiefer als die Funktion von Weckern und Stechkarten; sie umfasst Selbstbeherrschung, Mut, Ausdauer und Unverwüstlichkeit als die innere Rüstung der Seele.

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Nachfolge ohne Überempfindlichkeit

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Wir können unser Herz selbst überempfindlich machen. Wir können es hätscheln und verwöhnen; und je mehr wir das tun, desto lieber mag es das Herz und desto stärker bemitleiden wir uns selbst. Wir können uns so in etwas hineinsteigern, dass schon der geringste Anlass genügt, um riesige Probleme aufzuwerfen. Wenn wir in einem Dynamitfass ein Streichholz – nur eines – anzünden, dann gibt es eine fürchterliche Explosion. Aber das liegt nicht in erster Linie an dem Streichholz, sondern an dem Fass Dynamit.

Das erkannte der Psalmist (Psalm 73). Er hatte sich in seiner Meinung über die Gottlosen vollkommen geirrt. Er hatte gedacht, sie allein seien die Ursache seiner Probleme. Nun entdeckte er, dass das nicht stimmte. Er selbst hatte sein Herz in diesen törichten Zustand hineingesteigert; er war überempfindlich geworden. Und wenn man in solch einer Verfassung ist, dann genügt schon der kleinste Anlass, um eine Explosion auszulösen. Wir alle wissen, wovon ich rede. Aber erkennen wir auch, wo wir selbst genauso reagieren? Wenn wir mit uns selbst reden, empfinden wir dann auch jedes Mal Mitleid? Wenn ja, dann begehen wir den gleichen Fehler wie der Psalmist. Wir vergrößern die krankhafte Überempfindlichkeit nur noch und können dann mit Sicherheit auf schmerzhafte Erfahrungen gefasst sein.

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Martyn Lloyd-Jones, Schritt für Schritt

Schritt fuer Schritt„Schritt für Schritt – Raus aus der Resignation“ von D. Martyn Lloyd-Jones ist kein Seelsorge-Buch im herkömmlichen Sinn und schon gar keins aus der Sparte ‚moderne Psychotherapie im christlichen Gewand‘. Umso mehr hilft es tatsächlich „raus aus der Resignation“ – durch gesunde, gründliche Exegese von Psalm 73, eingebettet in systematischer Theologie und durchtränkt mit Bibelversen. Im Anhang findet sich dazu ein dreiseitiger Index!

Die Wahrheit macht den Christen frei, hier mit Hilfe der Schrift des bekannten Predigers. Die vorliegend überlieferte Predigtreihe ist eine liebevolle, aber deutliche Korrektur der heutzutage weit verbreiteten Denkmuster vieler Christen und ihrer damit verbundenen Leiden. Ausgangspunkt ist die Frage des Psalms 73, warum die Frommen so oft leiden müssen, während die Gottlosen häufig so erfolgreich scheinen. Der Prediger geht auf die Frage ein, besonders auf den Seiten 71 bis 75. Daneben bleibt er allgemein, so dass man das Buch auch für jedes andere Ringen mit Gott empfehlen kann.

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Die 4 Phasen des Burnout-Syndroms

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Dieses Syndrom ist gekennzeichnet durch längere körperliche Erschöpfung, chronisches emotionales Ausgelaugtsein und die Enttäuschung darüber, dass die Arbeit nicht mehr die Erwartungen des Helfenkönnens erfüllt, die man in sie gesetzt hat. Es werden vier typische Phasen in der Entwicklung dieses Syndroms beschrieben.

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Burnout: größte gesundheitliche Gefahr

burnout_gefahrAusgebrannt. Leer. Antriebslos: Rund neun Millionen Menschen leiden am Burnout-Syndrom, schätzen Experten der Krankenkassen. Seit dem Rücktritt von Schalke-Trainer Ralf Rangnick bewegt das Thema auch die deutschen Medien. Was passiert bei einem Burnout und welche Personen sind gefährdet?

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Rennen nach immer mehr

Rennen

Vom russischen Schriftsteller Leo Tolstoi stammt die Erzählung „Wie viel Erde braucht der Mensch?“ Sie handelt von einem Großknecht, der von seinem großherzigen Herrn freigelassen wurde. Zusätzlich wollte er ihm noch so viel Land überlassen, wie er von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang umlaufen könnte.

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Gott schafft!

Angler-Fisch

»Seht, was ich schaffe!« murmelte der alte Mann, wenn er in sein Boot stieg. So jedenfalls erzählt es Ernest Hemingway in seinem Buch, das die Bilanz seines Lebens zieht. »Seht, was ich schaffe!« sagte der alte Mann, wenn er mit seinem kleinen Bordmotor auf das offene Meer hinausknatterte. »Seht, was ich schaffe!« rief der alte Mann, wenn er die Leine nach dem großen Fisch auswarf. Und wenn er dann wieder mit leeren Bottichen zurückkehrte und sein Boot am Kai verknotete, spotteten die rauhen Fischer: »He, alter Mann, nichts gefangen?« »Nur langsam«, bruddelte er, »nur die Hoffnung nicht aufgeben. Ich schaffe das schon noch.«

Und eines Tages hing der Fisch an dem Haken, ein Riesentier, ein Mordskaliber, ein Schwergewicht von eineinhalb Zentnern. Der Mann strahlte wie die aufgehende Sonne. Seine schwieligen Hände ließen dieses wild zappelnde Hoffnungsstück nicht mehr los. »Seht, was ich geschafft habe!« Aber auf der Heimfahrt tauchte ein Haifisch aus dem blauen Wasser, und dann noch einer und noch einer und noch einer. Ein ganzer Schwarm dieser gefährlichen Seeräuber war angelockt und zog den Kreis um die Beute immer enger. Schließlich gingen sie zum Angriff über und rissen dem harpunierten Fisch ein Fleischstück nach dem anderen aus dem Leib.

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Der Urlaub ist eine Gabe Gottes

Urlaub

Es gibt Menschen, die nur für ihre Arbeit leben, für ihren Beruf. Andere finden nur das, was außerhalb des Berufes ist, die Freizeit, lebenswert. Beide Einstellungen sind ungesund, Arbeit und Pause, Urlaub und Beruf gehören in ein gesundes Verhältnis zueinander. Früher gab es noch den Feierabend. Nach der Arbeit klang der Tag aus in einer fröhlichen Atmosphäre. Der Abend wurde mit Gesprächen, Singen, Spielen zu einem Gegengewicht für den Tag. Der Mensch war im Gleichgewicht. Heute ist fast jeder Abend mit Veranstaltungen besetzt. Wir können nicht mehr richtig Pause machen. Aber nur ein Mensch, der richtig Pause machen kann, arbeitet auch richtig und leistet mehr.

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Selbstmord aus christlicher Sicht

Mapo Bridge

Ist das Selbstmord, wenn jemand in einem seelisch-krankhaften Zustand sein Leben selber beendet? Viele erschütternde Fälle dieser Art auch innerhalb der Gemeinde Jesu nötigen dazu, betend eine grundsätzliche Antwort auf diese Frage zu finden.

Jeder Prediger des Evangeliums kann plötzlich durch die Aufgabe bedrängt werden, in einem solchen Fall den hinterbliebenen Angehörigen und auch öffentlich am Grabe ein seelsorgerisches Wort zu sagen. Während durch viel falsches Urteilen im öffentlichen Gespräch die Not der Betroffenen noch vermehrt wird, erwartet man vom Prediger ein sachlich wahres und klärendes und ein seelsorgerisch aufrichtendes Wort.

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Was andere dürfen, haben und können

Kreuz– das gilt nicht für Dich.

Wenn Gott dich berufen hat, wirklich so zu sein, wie Jesus, dann ruft er dich zu einem Leben des Kreuzes und der Demut. Dann wird er von dir einen solchen Gehorsam verlangen, dass du gar nicht in der Lage sein wirst, anderen Menschen zu folgen oder dich mit anderen Christen zu vergleichen. Und oft wird es den Anschein haben, dass er anderen Menschen erlaubt, Dinge zu tun, die er dich niemals tun lässt.

Es kann sein, dass andere Christen und Pfarrer, die einen sehr religiösen Eindruck machen, auf eigene Faust vorankommen, ihren Einfluss geltend machen, zielstrebig ihre Pläne ausführen. Aber du kannst das nicht und, wenn du es versuchst, wirst du so versagen und der HERR wird dich so zurechtweisen, dass du dich schrecklich schuldig fühlen wirst.

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