Schlagwort-Archive: Weihnachten

Weihnachten wird vor dem Kreuz entschieden

mediamarkt

Jedes Jahr zur gleichen Zeit predige ich dasselbe, und nun hab ich endlich die passende Überschrift. Media Markt hat mir geholfen. Nicht unterm Baum, sondern vor dem Kreuz wird Weihnachten entschieden. Was unterm Baum liegt oder ob wir überhaupt einen Baum haben, wird am Ende völlig egal sein. Sie, lieber Leser, stehen vor der Entscheidung Ihres Lebens! Nicht nur an Weihnachten.

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Der »Stall« war eine »Höhle«

Hoehle-Stall

Wenige hundert Meter, nachdem die Umgehungsstraße die alte Straße erreicht hat, liegt zur Rechten ein kleines schmuckloses Gebäude, eines der zahllosen Heiligengräber Palästinas: Das Grab der Rahel, einer der Stammmütter Israels. Schon in neutestamentlicher Zeit hat man es an dieser Stelle gezeigt und verehrt. Gleich hinter dem Rahelgrab gabelt sich der Weg. Rechts geht es weiter nach Hebron, links hinauf zu der Bergkette, auf deren Höhe Bethlehem liegt. Diese linke Abzweigung endet auf dem großen Marktplatz von Bethlehem. Seine Ostseite wird durch eine hohe Mauer abgeschlossen, die nur durch eine niedrige Pforte durchbrochen wird, so niedrig, dass man sie nur gebückt durchschreiten kann. Sie verrät nicht, dass hinter der Mauer eine mächtige Basilika liegt. Als im Mittelalter muslimische Banden zur Verhöhnung der Christen zu Pferde in die Kirche geritten waren, sahen sich diese, so sagt man, gezwungen, das Portal der Kirche bis auf jenes kleine Pförtchen zuzumauern.

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Steuerschätzung

Mantelbögen

»Es begab sich aber …« An diesen Worten wird Gottes Eingreifen deutlich, der Neues entstehen lässt, schafft und setzt – so die Grundbedeutung dieses griechischen Wortes. Das Wort „aber“ unterstreicht, dass etwas ganz Neues, Unerwartetes geschieht: Gott greift ein in die Welt und handelt einzigartig in Raum und Zeit. Er setzt den Wendepunkt der Weltgeschichte, die nun ganz neu gezählt wird. Er bedient sich der Großen unserer Welt mit ihren strategischen Plänen – die dabei zu Statisten reduziert sind, um Gottes Heilsgeschichte zu wirken. Gott handelt in der Hauptstadt Rom und im letzten Winkel der Welt, und der Herr der Geschichte kommt zum Ziel!

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Keinen Raum in der Herberge

Landschaft-Scene

Walter Bulling war gerade neun Jahre alt geworden und ging in die zweite Grundschulklasse, obwohl er eigentlich in der vierten hätte sein sollen. Er war groß und unbeholfen, langsam in seinen Bewegungen und im Denken, aber seine Klassenkameraden mochten ihn. Er war stets hilfsbereit, gutmütig und heiter und der geborene Beschützer der Jüngeren.

Eigentlich wäre Walter im Krippenspiel gern ein Schäfer mit einer Flöte gewesen, aber Frau Schmitt, seine Lehrerin, hatte ihm eine wichtigere Rolle zugedacht. Der Wirt hatte schließlich nur wenige Zeilen zu sprechen – so überlegte sie sich – und Walters Größe würde der Weigerung, Josef und Maria zu beherbergen, mehr Nachdruck verleihen.

So versammelte sich wie gewohnt, die zahlreiche Zuhörerschaft zu der alljährlichen Aufführung der Weihnachtsgeschichte mit Hirtenstäben und Krippe, Bärten, Kronen, Heiligenscheinen und einer ganzen Bühne voll heller Kinderstimmen.

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