Tsunami in 2004 und 2011 – Warum?

Tsunami-2004-Hambantota

Der Tsunami am 11. März 2011 in Japan erinnerte mich sofort an das ähnliche Ereignis Weihnachten (!) 2004. Unser kleiner Gottesdienstraum in Korea war gefüllt mit Gastarbeitern aus Sri Lanka und inmitten der Predigt erreichte uns die Nachricht, Sri Lanka wurde von einer großen Flutwelle getroffen. Unser Freund Nihal, der erst kurz zuvor Christ geworden ist, kam aus Hambantota (s. Bild), einem Dorf an der Küste, das schwer getroffen wurde. Per Telefon konnte er niemanden erreichen und so flog er nach Hause. Er verlor seine gesamte Familie, nur die Frau und seine beiden Kinder wurden wie durch ein Wunder verschont.

Warum erzähle ich das? Weil ich denke, dass es kein Zufall war, dass gerade in dieser Stunde soviele dieser Menschen zu uns kamen. Es war gar nicht selbstverständlich, dass sie an dem Tag nicht arbeiten brauchten. Und ihre Reaktion war eindeutig – wir sind alle nur Menschen und stehen hilflos vor Gott und seiner Allmacht. Ebenso erzählte uns Nihal, viele Menschen in Sri Lanka taten Buße und schauten auf Gott. Sie wurden demütig und offen für das Evangelium. Und Nihal? In aller Trauer wurde er im Glauben gestärkt, denn seine Frau und Kinder überlebten, nur weil sie an dem Tag bei Verwandten waren. Zufall?

Und nun zu Japan. Die Kommentare zu dem Ereignis sind zahlreich. Einige verweisen auf das Restrisiko in der Kernenergie, andere zeigen auf Gott und auf die Zeichen der Endzeit, die uns verheißen sind. Ähnlich wie im Fall der Loveparade möchte ich hier auf die Verantwortung des Menschen hinweisen, nämlich unsere Sünde und die Notwendigkeit zur Buße.

Die Verantwortung der Japaner

Die Geschichte Japans kennen nur wenige. Japan hat jahrzehntelang Korea nicht nur unterdrückt, sondern auch sprachlich und kulturell zu eliminieren versucht. Aktuell kursiert in Korea ein Appell einer jungen Japanerin an die Koreaner, ihnen zu vergeben und für sie zu beten. Bemerkenswert.

Auch am 2. Weltkrieg haben sie sich beteiligt mit ähnlichen Ambitionen wie unsererseits Hitler. In den Geschichtsbüchern wird das alles nicht nur verschwiegen, sondern geleugnet. Ihre Kultur lässt Offenheit und Reue nicht zu, sie sind stolz und wollen ihr Gesicht nicht verlieren. Aus denselben Gründen werden auch die Informationen zur aktuellen Lage nur spärlich und vage übermittelt.

Zuletzt gibt es noch die vielen pornographischen Hentai-Magazine, welche die Welt überflutet und Japans Gesellschaft sexualisiert haben. Japan findet heute vielerlei Gründe, über seinen Schatten zu springen und Buße zu tun. Viel zu verlieren haben sie nicht mehr. Das ist ihre Chance und in diesem Sinne wäre es sogar Gnade, die viele japanische Seelen rettet.

Das alles klingt hart. Ist es aber unbiblisch? Für Israel war es schon immer selbstverständlich, die Lage der Nation mit Gottes Augen zu beurteilen. Die zahlreichen Niederlagen und Gefangenschaften waren ihnen offensichtlich Züchtigung Gottes, Folgen von Apostasie. Wir – nicht nur Sri Lanka, Japan und auch Europa – sollten einen ähnlichen Blick entwickeln, sonst tritt heute schon genau das ein, was uns auch verheißen ist:

„Und die übrigen Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten nicht Buße über die Werke ihrer Hände, so daß sie nicht mehr die Dämonen und die Götzen aus Gold und Silber und Erz und Stein und Holz angebetet hätten, die weder sehen, noch hören, noch gehen können. Und sie taten nicht Buße, weder über ihre Mordtaten, noch über ihre Zaubereien, noch über ihre Unzucht, noch über ihre Diebereien.“ – Offenbarung 9:20f.

Die Verantwortung der Deutschen

Der Artikel würde sein Ziel verfehlen, wenn er den Blick nicht auch auf uns lenkt. Was ist mit Deutschland? Wie ist unser Leben und die gesellschaftliche Entwicklung aus geistlicher Sicht zu beurteilen?

Täglich (!) werden in Deutschland etwa 1000 Babies im Mutterleib getötet. Wer dagegen protestiert, muss gar mit Gegendemonstrationen und Anfeindungen rechnen. Etwa die Hälfte der Jugendlichen konsumieren Pornos im Internet, wie wollen wir unsere Kinder davor schützen? Sogar die Hälfte der Gemeindemitglieder, so die Schätzung des ERF, kämpft heute mit Internetpornographie.

Nicht weniger schlimm ist die moderne Versklavung der Armen durch das kapitalistische Schulden- und Zinssystem. Wer von den Vermögenden – darunter auch die Christen – beteiligt sich nicht daran und „lässt sein Geld für sich arbeiten“? In Wahrheit sind es die Arbeiter der untersten Kaste, die für sie und ihre Zinsen schuften müssen.

Es geht also gar nicht so sehr um die Frage der Kernenergie, sondern um unser Leben vor Gott. „Wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen“, sagt Jesus in Lukas 13:5. Und wenn wir die Atomkraft bis dahin abgeschafft haben, findet der HERR in seiner Souveranität sicher andere Mittel und Wege, auf sich und seine Heiligkeit hinzuweisen.

„Wo warst Du, Gott, als das Chaos in Deine gute Schöpfung einbrach?“, so der Vorschlag der EKD zum Fürbitte-Gebet für die Japaner. Das Gebet sollte zuerst lauten, „Danke, HERR, dass Du noch bei uns bist!“ Tun wir Buße, wie Jesus uns gelehrt hat. Beten wir um Gnade und Vergebung. Treten wir in den Riss.