Unvermischt mit dem Müßiggang

Traktor„Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt.“ – Römer 12:11

Ein wahrer Jünger dessen, der gesagt hat: »Ich muss wirken, solange es Tag ist«, kann nicht träge sein. Von den wirklichen Christen wird man sagen können: »Sie sind alle an der Arbeit, und sie sind immer an der Arbeit.« Es ist etwas Schreckliches, wenn es mit Recht heißt: »Er geht zwar in die Gebetsstunde, aber zu Haus mag er nicht gern etwas tun.« »Der Mensch ist zur Arbeit geboren, wie der Vogel zum Fliegen,« hat Luther gesagt. Ein Christ mag schwach sein und nicht so viel arbeiten können als sein weltlich gesinnter Nebenmann, aber an Treue in der Arbeit und an Willigkeit zu ihr muss ein Christ unübertrefflich sein.

O mein Leser, welchen Beruf du nach dem Willen Gottes auch haben magst, pflege nicht des Müßigganges, sei nicht träge, sondern sei ein fleißiger Arbeiter, der ständig mit seinem Berufe vor Gott steht. Wie, du willst ein Christ sein und willst nicht arbeiten? Du willst beten und willst nicht wahrhaft treu sein in deinem Beruf? Du willst andere zu Christus führen und willst dich nicht auszeichnen durch tägliche Pflichterfüllung? Dir wird niemals das Größere anvertraut, wenn du nicht im Geringsten treu sein willst. Arbeite, denn in der Arbeit liegt der Segen. Der Faule dreht sich im Bett, wie die Tür in der Angel. Ein schlafender Fuchs fängt keinen Hahn. Wie kannst du dich einen Christen nennen, wenn du nicht auf deinem Posten sein willst; wie kannst du beten, wenn du nicht arbeitest? Tue immer etwas, damit dich der Teufel nicht unbeschäftigt findet. Sei unvermischt mit dem Müßiggang!

Arbeite! Aber arbeite nicht plan-und ziellos. Stoße nicht um, was du aufbauen sollst. Greife mutig an und führe es bis zum Ziel! Sei gottähnlich in deiner Arbeit, denn Gott vollendete alle Seine Werke, die Er schuf und machte. Arbeite mit Willigkeit. Eine Frau, die bei strömendem Regen mit einer Arbeit auf dem Felde beschäftigt war, wurde von Vorübergehenden bemitleidet. Da rief sie mit lauter Stimme: »Ich tue es gern!« So sollten wir bei jeder Arbeit, die wir tun, bekennen können, einerlei, ob wir sie mit unserem Gehirn oder mit unseren Händen verrichten. Sei kein Schwätzer, aber sei ein Arbeiter. Sei fleißig, unermüdlich und aufopferungsfreudig in dem Beruf, in dem du stehst. Willst du ein entschiedener Christ sein, willst du den Namen Christ mit innerer Überzeugung tragen, dann tue deine Pflicht. Jedem christlichen Fabrikanten, jedem christlichen Arbeiter in der Fabrik, jeder christlichen Magd im Hause, jeder christlichen Hausfrau als Gehilfin des Mannes und als Erzieherin der Kinder, jedem Prediger des Evangeliums, kurz jedem, der wirklich ein Christ sein will, muss man mit Recht das Zeugnis geben können: Er ist ein fleißiger Mensch. Mögen wir hie und da noch unsere Flecken und Runzeln haben, träge und faul sollte unter Christi Jüngern keiner sein. Nachdem uns Barmherzigkeit widerfahren ist, werden wir nicht müde. Brüder und Schwestern, »Kraft ist gegeben, lasst uns Ihm leben« und in täglicher, treuer Berufsarbeit den verherrlichen, der um uns gearbeitet hat.

Lasst uns auch nicht träge sein in geistlichen Dingen. Der Apostel Petrus ermahnt uns: »Wendet allen euren Fleiß daran!« Der ganze Hebräerbrief ist geschrieben an träge Christen, uni sie zu ermuntern, durch Fleiß ihren Beruf und Erwählung festzumachen. Lasset uns der Welt zeigen, dass Christus sich ein Volk gereinigt hat, das da fleißig ist zu guten Werken. Wir wollen unserem Gott vertrauen, Er kann machen, dass allerlei Gnade unter uns reichlich sei, dass wir in allen Dingen volles Genüge haben und reich seien zu allerlei guten Werken. Da Christus durch den Glauben in den Herzen der Seinen wohnt, lasst uns doch in Seiner Kraft fleißig sein zu jedem guten Werk und mit ganzer Energie nachjagen der Heiligung, ohne welche wird niemand den HERRN sehen. Wisset ihr nicht, dass, die in den Schranken laufen, laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet aber also, dass ihr es ergreifet. Lasset uns wieder aufrichten die lässigen Hände und die müden Knie und unvermischt mit der geistlichen Trägheit nachjagen dem vorgesteckten Ziel, dem Kleinod, welches vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christo Jesu. Lasst uns auch unvermischt sein mit dem Müßiggang gegenüber der speziellen Arbeit des Reiches Gottes. Bist du ein Kind Gottes, ein Knecht, eine Magd des HERRN, dann hast du auch Arbeit zu tun in Seinem Weinberg. Jede Arbeit, die ein wahrer Christ tut, ist Reichgottesarbeit, auch wenn er die Straße kehrt, aber daneben hat er das herrliche Vorrecht, auch noch in besonderer Weise für seinen Gott tätig zu sein. Es gibt viel Arbeit zu tun: im Kindergottesdienst, in der Jugendarbeit, bei den jungen Erwachsenen, bei den Senioren, an den Obdachlosen, an den >Sonntagsfreien< usw. usw. Man braucht auch Stuhlordner in den Vereinshäusern und dergleichen mehr. Jesus spricht: »Mein Sohn, gehe hin und arbeite heute in Meinem Weinberg.« Sei unvermischt mit dem Müßiggang.

Lies bitte folgende Stellen: Spr 31,10-31; 6,6-11; 26,13-16; Mt 21,28; 25,14-30.

Ich möchte aber, dass ihr unvermischt bliebet mit dem Bösen. Seid unsträflich und unvermischt, untadelhafte Gotteskinder, mitten unter einem verdrehten und verkehrten Geschlecht, unter welchem ihr scheinet als Himmelslichter in der Welt.

– Quelle: Komm! Nr.44, S.7 // Bild: ©pixelio/Dieter Schütz