Verbietet die Bibel wirklich Sex vor der Ehe?

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1. Vorehelicher Geschlechtsverkehr ist scheinbar nicht verboten

Nirgendwo in der Bibel steht der Satz: „Verliebte und Verlobte sollen vor der Hochzeit keinen Geschlechtsverkehr haben.“ Weil so ein Satz fehlt, behaupten viele, dass es vollkommen in Ordnung wäre, wenn Christen vor der Ehe Sex haben. Doch so einfach ist das Ganze nicht. Es gibt verschiedene Gründe warum so ein eindeutiger Satz nicht in der Bibel steht:

a) Verhüllende Ausdrücke

Es war zur Zeit der Bibel üblich, alles was mit dem Thema Sexualität zu tun hat, mit verhüllenden Ausdrücken zu umschreiben. Deshalb kommen in der Bibel Formulierungen vor, die auf den ersten Blick harmlos klingen, aber aus dem Zusammenhang wird deutlich, dass sie viel mehr meinen. Beispiele:

„Und Adam erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger und gebar Kain.“ (1.Mose 4,1)

Hier ist nicht gemeint, dass Adam aus dem Wald kam und von weitem seine Frau Eva sah und dabei kapierte: „Das ist ja Eva.“ Davon wurde Eva nicht schwanger. „Erkennen“ meint hier viel mehr, nämlich Geschlechtsverkehr. An vielen Stellen in der Bibel ist mit „Erkennen“ Sex gemeint, z.B.: 1.Mose 4:17.25; 1.Samuel 1:19; 1.Könige 1:4; Matthäus 1:4

„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.“ (1Mose 2:24)

„Ein Fleisch werden“ ist eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr.

„Und die Erstgeborene sprach zu der Jüngeren: Unser Vater ist alt, und es gibt keinen Mann im Land, der zu uns eingehen könnte nach der Weise aller Welt.“ (1.Mose 19:31)

Zu einer Frau „eingehen“ meinte Sex mit ihr zu haben.

„Mit dem Ursprung Jesu Christi verhielt es sich aber so: Als nämlich Maria, seine Mutter, dem Josef verlobt war, wurde sie, ehe sie zusammengekommen waren, schwanger befunden von dem Heiligen Geist.“ (Matthäus 1:18)

„Zusammenkommen“ meint hier nicht, dass sich Maria und Josef nicht schon mal getroffen haben. Es meint Geschlechtsverkehr. Deshalb war es ja so ungewöhnlich, dass Maria schwanger war, obwohl sie mit Josef keinen Sex hatte.

„Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies zugehen, da ich von keinem Mann weiß?“ (Lukas 1:34)

Maria meint hier nicht, dass sie nicht weiß was ein Mann ist oder wie ein Mann aussieht. Sie hatte aber noch mit keinem Mann Sex. Diese Beispiele zeigen: Wir müssen mit eindeutigen biblischen Aussagen auch da rechnen, wo es für unseren Sprachgebrauch nicht so klar da steht.

b) Eine fremdartige Eheanbahnung

Ehen wurden in Israel völlig anders geschlossen als heute. Dieses Verfahren ist uns völlig fremd. Wer mehr darüber wissen will, sollte mal in einem guten Bibellexikon nachlesen. Um eine Ehe zu schließen war keine Liebesbeziehung notwendig, es war oft in erster Linie eine wirtschaftliche Angelegenheit. Wichtig ist Folgendes:

– Vor der Eheschließung gab es keine Zeit der vertraulichen Annährung. In der Regel verbrachten die späteren Ehepartner vor der Hochzeit so gut wie keine Zeit allein miteinander.

– Besonders die Mädchen standen bis zur Hochzeit voll unter der Aufsicht der Eltern. Mädchen wurden meist vor dem 15. Lebensjahr verlobt (mit 13 oder 14 Jahren). Die Verlobung war ein rechtlicher Vertrag zwischen dem Vater der Braut und dem zukünftigen Ehemann (der zwischen 18 und 24 Jahre alt war). Der Vater bestimmte wen seine Tochter heiraten durfte, die Tochter musste nicht gefragt werden.

– Ab der Verlobung galt das Mädchen als Eigentum des Mannes. Eine Verlobung konnte nur durch Scheidung aufgelöst werden. Aber das Zusammenleben der Beiden sowie jeder sexuelle Kontakt war strengstens verboten. Das Mädchen lebte noch ca. 1 Jahr bei den Eltern, bis es zur eigentlichen Hochzeit kam (die „Heimholung der Braut“). Dieses Jahr Wartezeit war gleichzeitig ein Test, ob das Mädchen wirklich noch Jungfrau war. Sollte sich herausstellen, dass sie keine Jungfrau mehr war, dann war das für den Bräutigam ein Grund die Verlobung aufzulösen.

– Es war für ein Mädchen unwahrscheinlich wichtig Jungfrau zu sein. Es war sozusagen ihre Lebensversicherung. Denn Mädchen, die keine Jungfrau waren, hatten weniger Chancen einen Mann zu bekommen. Und ohne Mann war es für eine Frau in der damaligen Zeit sehr schwer zu leben.

Das zeigt: vorehelicher Geschlechtsverkehr war in Israel überhaupt kein Thema. So etwas kam so gut wie nicht vor. Aus diesem Grund wird es in der Bibel auch nicht so stark behandelt.

c) Uns unbekannte Ausdrücke

Im Zusammenhang mit Sexualität kommt im Neuen Testament immer wieder der griechische Begriff porneia vor. Er wird in den meisten Bibelübersetzungen mit Unzucht oder Hurerei übersetzt. Porneia ist ein Oberbegriff, der jede Art von sexuellem Fehlverhalten meint. Vergleich: Niederschlag ist ein Oberbegriff für alles Feuchte was vom Himmel kommt und kann Regen, Schnee, Hagel oder Tau meinen.

Genauso steht porneia als Oberbegriff für verschiedene Formen von sexuellem Fehlverhalten. Wenn man sich alle Stellen anschaut, wo porneia in der Bibel und in der außerbiblischen griechischen Literatur vorkommt, dann merkt man, dass es für alles Folgende stehen kann:
o „einer hat seines Vaters Frau“ (1.Kor. 5:1)  -> unerlaubte Verwandtschaftsehe
o Blutschande/ Inzest
o Hurerei
o jeder außereheliche Geschlechtsverkehr

– vor der Ehe
– außerhalb der Ehe (also Ehebruch)

o widernatürlicher Geschlechtsverkehr (Homosexualität, Sex mit Tieren)

Also hier wird schon deutlich: wenn die Bibel Unzucht (porneia) verbietet, dann ist damit auch vorehelicher Geschlechtsverkehr gemeint.

2. Klare Aussagen in der Bibel

a) Der wichtigste Text: 1.Mose 2:24

„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.“ (1.Mose 2:24)

Dieser Vers ist die grundlegende Anweisung Gottes für das Zusammenleben von Mann und Frau. Das wird deutlich an dem „darum“. Wenn ein Satz mit einem „darum“ beginnt, bezieht er sich immer auf das was vorausgeht. In den Versen davor wird berichtet wie Gott eine Frau für Adam erschafft. Als Adam aus der „Narkose“ aufwacht ist er vollkommen überrascht. Er jubelt, weil er merkt: Eva ist die perfekte Ergänzung für ihn. An dieser Stelle kommt das „darum“. Gott gibt den beiden das geniale Geschenk: die Schöpfungsordnung der Ehe. Es ist sozusagen die Gebrauchsanweisung für Adam (und alle Männer nach ihm), wie sich das Gott gedacht hat mit Mann und Frau.

Weil dieser Text so wichtig ist, wird er an drei Stellen im Neuen Testament wiederholt: Matthäus 19:3-9; Markus 10:7-8 und Epheser 5:31. Das zeigt, wie wichtig die Aussage dieses Verses ist. Dieser Vers beschreibt drei wichtige Schritte/ Ebenen: verlassen, anhangen, ein Fleisch werden.

1. Verlassen

Damit ist nicht gemeint, dass ein Junge nachts aus dem Fenster klettert, um seine Freundin zu besuchen, sondern es geht um eine verbindliche Beziehung. Voraussetzung, um eine neue und tiefe Beziehung eingehen zu können ist es die alte Beziehung zu verlassen. Beispiel: Nabelschnur. Vor der Geburt hat ein Kind eine andere Beziehung zu seiner Mutter, als nach der Geburt. Die Nabelschnur war lebenswichtig für Kind. Aber um nach der Geburt weiterleben zu können muss die Nabelschnur, die lebenswichtig war, durchtrennt werden. Sonst ist kein Leben möglich. Genauso ist es bei einer verbindlichen Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Bevor ein junger Mann eine echte, tiefe Beziehung zu einer Frau eingehen kann, muss er sich von seinen Eltern lösen. Das heißt nicht, dass er jeden Kontakt zu den Eltern abbrechen muss, sondern es bedeutet, dass er nicht mehr abhängig von seinen Eltern ist. Er kann auf eigenen Beinen stehen und selbständig ohne seine Eltern leben können. Praktisch heißt das: der Mann muss emotional unabhängig von seinen Eltern sein. Also er kann selbständig Entscheidungen treffen und muss nicht bei jedem Problem zu seinen Eltern rennen. Es bedeutet auch, dass er finanziell unabhängig von seinen Eltern sein soll, denn er muss ja schließlich sich selbst und seine Frau ernähren können.

2. Anhängen

Nachdem er sich von den Eltern gelöst hat, geht der Mann eine neue Bindung ein. Er bindet sich an seine Frau. Sie schließen einen Bund miteinander – also es geht um Heirat. Es gibt also einen öffentlich, rechtlichen Akt, nachdem jeder weiß: dieser Mann und diese Frau sind jetzt miteinander verbunden. Sie sind ein Ehepaar. Das es hier eindeutig um eine Ehe, bzw. eine Heirat geht, wird deutlich, wenn man Matthäus 19:1-12 liest. Dort wird Jesus nach Ehe und Ehescheidung gefragt und er antwortet mit diesem Vers aus 1.Mose 2:24. Nachdem er diesen Vers zitiert hat, zieht er daraus die Schlussfolgerung „Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ (Matth. 19:5-6). Damit ist eindeutig klar: „seiner Frau anhängen“ meint heiraten. Anhängen kann man auch übersetzen mit verkleben. Wenn man etwas miteinander verklebt, dann hat man das Ziel, dass das Verklebte immer zusammenbleibt. Man will also eine dauerhafte und unauflösliche Verbindung herstellen. (Bsp.: Flicken auf einem Fahrradschlauch). Das zeigt: hier geht es um eine dauerhafte Verbindung zwischen Mann und Frau – nicht um einen One-Night-Stand. Es geht um lebenslange Treue. Was gut verklebt ist, lässt sich nicht wieder trennen. Wenn man es doch versucht, entstehen tiefe Verletzungen.

3. Ein Fleisch werden

„Ein Fleisch werden“ ist wieder ein verhüllender Ausdruck für Geschlechtsverkehr. Der Geschlechtsakt ist ein Symbol für das was auch auf anderen Gebieten geschieht. Die beiden lieben sich sosehr, dass sie zu einer Einheit werden.

Die Reihenfolge ist wichtig

In allen Texten in denen dieser Vers zitiert wird, wird die gleiche Reihenfolge festgehalten: 1. verlassen 2. anhängen 3. ein Fleisch werden. Dass es hier um eine zeitliche Reihenfolge geht, macht auch folgende Überlegung klar: Der zweite Schritt (das Anhängen) setzt den ersten Schritt (Verlassen) voraus. Wenn es sich bei den ersten beiden Punkten um eine zeitliche Reihenfolge handelt, dann ist klar, dass auch der 3. Punkt erst nach dem zweiten kommen kann. Das macht deutlich: Sexuelle Gemeinschaft ist erst dann möglich, wenn die ersten beiden Schritte geschehen sind. Also bevor ein Mann nicht seinen Vater und Mutter verlassen hat und einen rechtlich gültigen Bund mit seiner Frau geschlossen hat, kann er auch nicht „Ein Fleisch“ mit ihr werden. Diese Stelle zeigt also ganz klar: Sex gehört in die Ehe und schließt damit eindeutig vorehelichen Geschlechtsverkehr aus.

b) 1. Korinther 7:1-9

„Ich sage aber den Unverheirateten und den Witwen: es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich. Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so sollen sie heiraten, denn es ist besser, zu heiraten als vor Verlangen zu brennen.“ (1.Kor 7:8-9)

Die Verse 1-7 machen deutlich: Sex gehört in die Ehe und soll dort auch regelmäßig praktiziert werden. In Vers 8-9 wendet sich Paulus an die Unverheirateten. Er lässt ihnen nur zwei Möglichkeiten: die eine Möglichkeit ist: Sie bleiben unverheiratet und verzichten damit auch auf Sex. Wenn sie merken, dass sie das nicht schaffen auf Sex zu verzichten (wieder verhüllender Ausdruck: „wenn sie sich nicht enthalten können“), dann sollen sie heiraten. Sie haben also nicht die Möglichkeit ledig zu bleiben und gleichzeitig Sex zu haben. Also ganz einfach ausgedrückt: Alle die Sex erleben wollen, sollen heiraten. Denn das ist der einzige Rahmen, in dem Sex stattfinden soll.

c) 1. Korinther 6:12-20

„Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen den eigenen Leib.“ (1.Kor 6:18)

In diesem Text geht es nicht zuerst um vorehelichen Geschlechtsverkehr, sondern ganz allgemein um „Unzucht“ – also jede Form von Sexualität außerhalb der Ehe (dazu gehört auch vorehelicher Geschlechtsverkehr). Dieser Text macht deutlich: Sexualität ist mehr als nur ein körperlicher Akt, sie umfasst tiefe, seelische Vorgänge. Sie macht mich in einem tiefen Bereich meiner Person eins mit dem Sexualpartner. Sie schafft eine innere Verbindung, die nicht einfach wieder auseinander gerissen werden kann. Da aber genau das bei Sex außerhalb der Ehe geschieht oder zumindest geschehen kann (wer garantiert denn, dass die beiden 16jährigen sich wirklich einmal heiraten), schädigt sich jeder der in irgendeiner Form Sex außerhalb der Ehe erlebt – sich selbst. Das Verbot des vorehelichen Geschlechtsverkehrs ist ein liebevoller Schutz Gottes vor unnötigen, seelischen Verletzungen.

d) Bibelstellen, die vor Unzucht warnen

„Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal unter euch genannt werden, wie es Heiligen geziemt; auch Unanständigkeit und albernes Geschwätz und Witzelei, die sich nicht geziemen, statt dessen aber Danksagung. Denn dies sollt ihr wissen und erkennen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – er ist ein Götzendiener – ein Erbteil hat in dem Reich Christi und Gottes. Niemand verführe euch mit leeren Worten! Denn dieser Dinge wegen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. Seid also nicht ihre Mitteilhaber! Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.“ (Epheser 5:3-8)

Paulus macht deutlich „Unzucht geziemt sich nicht für Heilige“. Man soll nicht einmal Witze darüber machen. Er betont, dass Unzucht (und damit Sex vor der Ehe) zur Finsternis gehört und vom Reich Gottes ausschließt. Paulus warnt davor: „Niemand verführe euch mit leeren Worten!“. Es gibt also Leute, die behaupten Unzucht (und damit Sex vor der Ehe) wäre von Gott nicht verboten.

„Die Ehe sei ehrbar in allem, und das Ehebett unbefleckt! Denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.“ (Hebräer 13:4)

Dieser Vers macht deutlich: Sex soll nur in der Ehe stattfinden. Alles was außerhalb oder vor der Ehe an sexueller Aktivität stattfindet ist Unzucht und darauf steht Gottes Gericht.

„Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung, dass ihr euch von der Unzucht fernhaltet, dass jeder von euch sich sein eigenes Gefäß in Heiligkeit und Ehrbarkeit zu gewinnen wisse, nicht in Leidenschaft der Begierde wie die Nationen, die Gott nicht kennen; dass er sich keine Übergriffe erlaube noch seinen Bruder in der Sache übervorteile, weil der Herr Rächer ist über dies alles, wie wir euch auch vorher schon gesagt und eindringlich bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern in Heiligung. Deshalb nun, wer dies verwirft, verwirft nicht einen Menschen, sondern Gott, der auch seinen Heiligen Geist in euch gibt.“ (1.Thess 4:3-8)

e) 2.Mose 22:15-16 und 5.Mose 22:28-29

„Wenn jemand eine Jungfrau betört, die nicht verlobt ist, und liegt bei ihr, muss er sie sich gegen das Heiratsgeld zur Frau erwerben.“ (2.Mose 22:15)

„Wenn ein Mann ein Mädchen trifft, eine Jungfrau, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und liegt bei ihr, und sie werden dabei angetroffen: dann soll der Mann, der bei ihr lag, dem Vater des Mädchens fünfzig Schekel Silber geben, und es soll seine Frau werden, weil er ihr Gewalt angetan hat; er kann sie nicht entlassen all seine Tage.“ (5.Mose 22:28-29)

Das zeigt: durch den Geschlechtsverkehr werden Tatsachen geschaffen. Geschlechtsverkehr zieht immer Verantwortung nach sich. Es war undenkbar, dass man Sex mit jemanden hatte ohne für diese Person Verantwortung zu übernehmen.

f) 5.Mose 22:13-21

Dieser Text zeigt welch hohen Wert im alten Israel die Jungfräulichkeit hatte. Keine Frau hat ihre Jungfräulichkeit leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Also vorehelicher Geschlechtsverkehr war absolut verpönt.

g) 2.Samuel 13:1-19

Dieser Text zeigt am Beispiel des Amnon wie viel Leid entsteht, wenn jemand sich über Gottes Ordnungen hinwegsetzt. Amnon wollte nicht bis zur Ehe warten, sondern wollte sofort Sex.

„Sie aber sagte zu ihm: Nicht doch, mein Bruder! Tu mir keine Gewalt an, denn so handelt man nicht in Israel! Tu doch diese Schandtat nicht! Und ich, wohin sollte ich meine Schmach tragen? Du aber, du würdest sein wie einer der Schändlichen in Israel. Und nun rede doch zum König, denn er wird mich dir nicht vorenthalten!“ (2.Samuel 13:12)

Tamar macht ihm deutlich: Sex vor der Ehe ist eine Schandtat. Wenn Amnon das tut, dann raubt er Tamar und sich selbst die Ehre. Sie schlägt vor: Geh den offiziellen Weg: Frage meinen Vater. Und wenn wir verheiratet sind, können wir Sex miteinander haben. Amon hört nicht auf sie und vergewaltigt sie. Danach will er sie nicht mehr und schickt sie fort. Damit begeht er das nächste Unrecht.

„Sie aber sagte zu ihm: Nicht doch, mein Bruder! Denn dieses Unrecht ist noch größer als das andere, das du mir angetan hast, wenn du mich jetzt wegjagst. Aber er wollte nicht auf sie hören.“ (2.Samuel 13:16)

Dieser Vers macht wieder deutlich: Sex schafft Verantwortung. Wer mit einem Menschen Sex hat ist verpflichtet für diesen Menschen zu sorgen und ihm Gutes zu tun. Das geschieht ja normalerweise in der Ehe. Wenn es doch vor der Ehe geschah, dann musste der Mann die Frau wenigstens heiraten.

h) Positive Beispiele

„Und Jakob sagte zu Laban: Gib mir nun meine Frau! Denn meine Tage sind erfüllt, dass ich zu ihr eingehe.“ (1.Mose 29:21)

Jakob und Rahel waren lange miteinander verlobt (7 Jahre). Sie wohnten ganz eng beieinander und waren beide sehr stark ineinander verliebt (was damals nicht die Regel war). Trotzdem hatten sie erst nach der Hochzeit Sex miteinander.

Beispiel: Maria und Josef

Maria und Josef sind ein positives Beispiel. Sie haben mit Sex bis zur Ehe gewartet, obwohl sie schon verlobt waren. Darum war es ja so außergewöhnlich, dass Maria schwanger wurde.

 

– © Marko Schubert (CCL), Teendate 2010, www.efk-ev.org // Bild: ©pixabay (CC0 1.0)