Wo sind die Kämpfer?

swordDass Gewalt und Rechthaberei nicht zu den Gaben und Früchten des Geistes gehören, lesen wir in 1.Korinther 12 und Galater 5. So bleibt uns Liebe und Demut, um im Glauben Pluspunkte zu sammeln. Demut aber ist die Tugend, die am häufigsten missverstanden wird. Unter Demut verstehen viele tolerantes Nachgeben. Toleranz aber ist Inkonsequenz und damit das Gegenteil von konsequenter Entschlossenheit – von Mut.

Wir haben heute leider zu viele Feiglinge in Kirche und Politik, Menschen, die ihre Feigheit mit Demut verwechseln, weil sie nicht bereit sind, für Gottes Sache zu kämpfen. Dabei sagt Jesus ganz klar: „Wer mich bekennt vor den Menschen, nur den will auch ich vor meinem himmlischen Vater bekennen“ (Matth. 10,32). So führen viele ein bequemes Glaubensleben, geben Allen Recht, denn man muss ja auch Verständnis für Andere haben.

Gottesdienste, bei denen das Wort Gottes wie Billigware gepredigt wird, nimmt man in Kauf, weil man zu feige ist, etwas dagegen zu tun, sonst könnten die restlichen Besucher ja auch noch weglaufen. Doch ein Weinstock, der nicht beschnitten wird, bringt keine Frucht und jemand, der an sich selber kein Korrektiv duldet, entwickelt sich dicht daneben und doch vorbei.

Jakob ist für uns ein gutes Beispiel, wie man es machen soll. Jakob, der Betrüger, wie sein Name übersetzt heißt (1. Mose 25,26; abgeleitet aus Jeremia 17,9), wollte nicht mehr nur neidisch zuschauen, wie andere gesegnet werden, sondern war zu allem entschlossen, selber von Gott gesegnet zu werden. Dafür ließ sich Jakob auf einen langen Kampf mit Gott ein.

Entschlossenheit und Ausdauer sind zwei Eigenschaften, die zum Erfolg führen. Courage ist gut, aber ohne Ausdauer nutzlos. Als der Engel des HErrn (!) den Kampf beenden wollte, schrie Jakob: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“ Jakob war nicht mit einem halben Sieg, nicht mit einem Unentschieden zufrieden.

Es gibt Christen, die begnügen sich mit ihren widrigen Umständen, weil sie meinen „Gott will es so!“ Nein, das ist keine christliche Demut, denn Gott will, dass wir nicht eher aufhören zu beten und zu kämpfen, bis er unser ganzes Leben verändert hat. Wir dürfen uns nicht mit geringeren Segnungen zufrieden geben.

Nur so wurde aus dem Verlierer Jakob der Sieger Israel – von da an kämpfte auch Gott für Israel. Erst nach solch einem Kampf sind wir die neue Kreatur, von der Paulus in 2. Korinther 5 spricht, d.h. wir dürfen uns nicht auf unser Erlöstsein in Christo ausruhen, weil wir meinen, jetzt nicht mehr kämpfen zu müssen. Selbst Paulus musste noch kämpfen (2.Tim. 4,7) und ermahnte auch Timotheus, „kämpfe den guten Kampf des Glaubens“ (1.Tim. 6,12), weil nur Sieger gekrönt werden. Sieger aber sind nie die Zuschauer, sondern nur die aktiven Kämpfer.

Mein Gebet ist, dass jeder Leser wie Jakob, solange Gott bedrängt, „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“ bis aus ihm ein Israelkämpfer wird, für den dann Gott weiterkämpft. Nur so entstehen Erweckungen, die Kirchen und Völker verändern. Dass Jakob später als Israel hinkte, ehrt ihn als Gotteskämpfer und zeigt, dass Israelis und wahre Christen keine Weichlinge sind.

– Ludwig Schneider, Israel heute