Schlagwort-Archiv: Hausgemeinde

Der stille Rückzug oder: Kleine Brötchen zu Gottes Ehre

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Vom Vor- und Nachteil von Hauskreisen. Weitgehend unbemerkt von der evangelikalen und kirchlichen Öffentlichkeit nimmt seit einigen Jahren eine Bewegung Konturen an, die reichlich Anlaß zum Nachdenken gibt, weil sie ein bezeichnendes Licht auf die kirchliche Gesamtsituation in unserm Land wirft. Es ist die Bewegung des »Stillen Rückzugs« aus Gemeinden und Gemeinschaften. Es ist die Bewegung hinein in die Häuser.

Lange Zeit als bloßes Randphänomen unterschätzt, hat diese Bewegung mittlerweile eine Größe erreicht, die guten Gewissens nicht mehr ignoriert werden kann. Mehr und mehr ziehen sich Christen aus Kirchen, Gemeinden, Gemeinschaften und Verbänden zurück, denen sie lange treu angehört haben, aber nun nicht mehr angehören können oder wollen. Jenseits des kirchlich bzw. freikirchlich verfaßten Christentums leben sie ihr Christsein in Hausgruppen, Hauskreisen und Hausgemeinschaften.

Was sind die Gründe dafür? Was sind die Hintergründe?

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Wenn du aber öffentlich betest

Kirche_oeffentlichDie Predigt ist vorbei, und einige gute Gedanken klingen noch in mir nach. »Wir wollen jetzt eine Gebetsgemeinschaft haben«, sagt der Gottesdienstleiter. Ich bin damit einverstanden. Das freie, öffentliche Gebet von Schwestern und Brüdern gehört zu denjenigen Traditionen unseres freikirchlichen Gemeindelebens, die wir nicht preisgeben sollten. Ein Bruder betet. Er bittet Gott, dass wir nie vergessen mögen, mit vollem Einsatz gegen unsere Schwächen zu kämpfen. An und für sich ein berechtigtes Gebetsanliegen. Man kann nicht genug darum bitten. Allerdings hatte der Prediger heute davon gesprochen, dass unser Kampf gegen die Sünde nicht verbissen geschehen darf, damit er nicht zum Krampf ausartet. Blitzschnell wird mir bewusst: Der Beter will den Prediger korrigieren. Ich bin verstimmt. Darf so etwas in einem öffentlichen Gebet sein? Es darf nicht.

Ein öffentliches Gebet ist etwas anderes als das persönliche Gebet im stillen Kämmerlein. Das private Gebet geht nur den Beter und Gott etwas an. Das öffentliche Gebet aber hat Gemeinschaftscharakter. In ihm schließt sich ein einzelnes Glied der christlichen Gemeinde mit anderen Gliedern der Gemeinde zusammen, um Gott etwas zu sagen. Das ist der Sinn des öffentlichen Gebetes. Man hat dabei natürlich nicht nur an Gebetsgemeinschaften zu denken. Für alle öffentlichen Gebete, selbst für diejenigen, die nicht frei formuliert sind, gilt: Hier spricht eine Schwester oder ein Bruder im Namen der Gemeinschaft zu Gott. Und darum gelten für das öffentliche Gebet zwei Grundregeln.

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Christliche Gemeinde: Der dankbare alte Mann

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Der alte Mann ist dankbar für die Gemeinde. Dort trifft er Brüder und Schwestern, die mit ihm zusammen auf dem Weg zum Himmel sind. Diese Geschwister hätte er ohne die Gemeinde nie kennengelernt. In der Gemeinde geben Alte und Junge gemeinsam den Ton an und loben miteinander den Herrn.

In der Gemeinde ist er freundlich aufgenommen, da dient man einander. Dort hilft man sich. Durch Bibellesen und Hören auf das Evangelium wächst man im Glauben an den Sohn Gottes. Der alte Mann liebt den Herrn Jesus und die Glaubensgeschwister. Mit ihnen teilt er Freude und Leid. Man ist nicht immer einer Meinung, aber man hat einerlei Glauben. Man ist eines Geistes auf der Grundlage des Wortes Gottes.

Der alte Mann ist dankbar für die Leitung der Gemeinde. Als verantwortungsbewusste Hirten führen sie die Herde auf den rechten Weg. Sie sind geistliche Bauleute und halten sich exakt an Gottes Bauplan. Sie praktizieren biblische Leiterschaft und üben Gemeindezucht. Sie beurteilen Zeitströmungen anhand der Bibel und wenden Schaden von der Gemeinde ab. Sie opfern sich auf im Dienst. Der alte Mann ist froh, in der Gemeindeleitung tragfähige Führungspersonen zu wissen, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

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Ist die Hausgemeinde die Untergrundgemeinde der Zukunft?

hausgemeinde_zukunftIn Zeiten von Wohlstandsevangelium, besucherfreundlichen Gottesdiensten und Einheitsbestrebungen auf Kosten der Wahrheit ist das vorliegende Heft von Wolfgang Lindemeyer eine echte Bereicherung. Während die meisten Christen und besonders deren Leiter eher nach Quantität streben, lenken die Gedanken des Autors den Blick des Lesers in die andere Richtung: Qualität im kleinen Kreis.

Haben Sie als Christ vielleicht schon einmal darüber nachgedacht, sich außerhalb von kirchlichen und konfessionellen Strukturen mit einfachen Geschwistern zu Hause zu treffen, um biblische Lehre und Praxis in persönlicher Treue und Verantwortung vor Gott bewahren zu können? Haben Sie sich außerdem schon einmal mit dem Gedanken befasst, dass es außerhalb der offiziell anerkannten Strukturen auch in Europa zu Verfolgung kommen kann oder wahrscheinlich sogar wird?

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