Schlagwort-Archive: Toleranz

Wenig Wis­sen ist eine gefähr­li­che Sache

„Gott­lose Kon­tro­ver­sen ent­ste­hen oft nicht, weil die Strei­ten­den zu viel von Theo­lo­gie ver­ste­hen, son­dern weil sie zu wenig davon ver­ste­hen. Sie schei­tern daran, den Unter­schied nicht aus­ma­chen zu kön­nen zwi­schen gewich­ti­gen Dis­kus­si­ons­punk­ten und weni­ger bedeu­ten­den Punk­ten, die nie­mals dazu die­nen soll­ten, uns zu tren­nen. Wir haben eine andere Maxime: «Wenig Wis­sen ist eine gefähr­li­che Sache.»

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Lloyd-Jones, Einig in Wahrheit

Einig„An uns kommt keiner mehr vorbei!“ So oder so ähnlich hatte es ein prominenter Sprecher der Ev. Allianz formuliert und damit seiner Sucht nach Größe anschaulich Ausdruck verliehen. Christen vereinen sich mit Namenschristen unter Dachorganisationen, um durch höhere Mitgliederzahlen eine vermeintlich stärkere Stimme in der Gesellschaft zu haben. Ein Trugschluss, wie Lloyd-Jones schon zu seiner Zeit predigte: „Nichts widerspricht der biblischen Lehre vom Überrest so sehr, wie die moderne Vorstellung, dass Zahlen und eindrucksvolle Organisationen ausschlaggebend seien.“ (S.80)

Das kleine Büchlein ist durchtränkt von biblischen Beispielen und Auslegungen zur Unterstützung seiner These. Vor allem ist es Exegese von Johannes 17 und Epheser 4, zwei – leider oft missbrauchte – Textstellen zum Thema christliche Einheit. Durch Zusammenschlüsse oder gemeinsame Veranstaltungen lässt sich keine Einheit herstellen. Schon der Versuch ist zum Scheitern verurteilt, denn wir sollen Einheit gar nicht „herstellen“, vielmehr „bewahren“.

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Evangelische Allianz – Glaubensbasis

Evangelische Allianz – das heißt für mich auf der Glaubensbasis der Ev. Allianz gemeinsam zu evangelisieren und zu beten – aber nicht mit jedem und nicht um jeden Preis. Die Zusammenarbeit mit Bibelkritikern, Schwärmern und falschen Propheten lehne ich zum Beispiel ab. Ohne Lehre haben wir bald nur noch Leere. Ohne die Einheit der Christen predige ich dennoch weiter von Jesus. Erweckung schaffen nicht wir oder gar durch eine ´Christliche Einheitspartei`. Frucht schafft nur Gott. Außerdem brauchen wir die Gabe der Geisterunterscheidung. Die prägt Gott besonders durch Bibellesen.

– Lutz Scheufler, ehem. Vorstand der DEA (EINS 3/2006, S. 34)

Postmoderne: „Jeder hat recht“ ist unlogisch

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Postmodernes Denken prägt die gegenwärtige Politik, Theologie und öffentliche Debatten, meint der Religionsphilosoph Daniel von Wachter: Wahrheit gibt es nicht, alle haben recht, wer Wahrheit beansprucht, gilt als intolerant. Deshalb sorgt er sich um die freie Meinungsäußerung und die Zukunft des Christentums. Im Gespräch mit pro übt er Zeitkritik.

Daniel von Wachter ist 1970 in München geboren und dort aufgewachsen. Zunächst hat er Maschinenbau, dann Theologie, danach Philosophie studiert. Heute ist von Wachter Direktor der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein, einer privaten Hochschule für Philosophie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Metaphysik, analytische Religionsphilosophie, Ontologie und Kausalität.

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Das Haus steht in Flammen

Heute haben wir weniger gründliche Ausbildung, dafür mehr Subjektivismus (der Reiz der östlichen Religionen, des „New Age“ und des Okkulten) und Narzissmus (jeder schafft sich seine eigene Religion, jeder ist sein eigener „Gott“). Das Ergebnis: der Ungläubige tut sich schwerer mit dem logischen Denken und dem Einschätzen von Beweisen. Aber es hat ja immer „dunkle Zeitalter“ gegeben. Wir sind verpflichtet, Nicht-Christen zu vermitteln, dass Gleichgültigkeit in Sachen Religion genauso fatal ist, wie wenn man verkennt, dass das eigene Haus in Flammen steht und es nur einen Ausweg gibt.

– John Warwick Montgomery

Der Leuchtturm für die Menschen

Der Kapitän eines großen Schiffes bemerkte plötzlich in weiter Entfernung ein Licht, das auf ihn zukam. Sofort setze er ein Funksignal ab das lautete: „Sie befinden sich auf Kollisionskurs, setzen Sie neuen Kurs.“ Die Antwortete lautete: „Setzen Sie neuen Kurs!“

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Unterlassungssünde

Wenn man Jesus Christus nicht als den einzigen Weg der Rettung bezeugt, dann ist das nicht eine besondere Geste der Toleranz, sondern unterlassene Hilfeleistung!

Der neue fundamentalistische Liberalismus

pfr-hermann-traubÜber den neuen „fundamentalistischen Liberalismus“ hat Pfarrer Hermann Traub am 16. Juni 2012 anlässlich des Jahrestreffens der Mitglieder und Freunde des Gemeindehilfsbundes in Walsrode-Düshorn einen Vortrag gehalten.

Seiner Meinung nach zeigen sich „christliche Fundamentalisten“ in „extremen Gemeindegruppen“ dadurch, dass sie ihr Bibelverständnis über die Bibel stellen und so ihre Festlegungen treffen. Was man früher und heute solchen „frommen“ Fundamentalisten mit Recht vorwirft, geschieht heute durch liberale und bibelkritische Kräfte in gleichem Verhaltensmuster. Das eigene Bibelverständnis wird über das sich selbst auslegende Bibelwort gestellt.

Es hat sich mit dieser Haltung ein Fundamentalismus herausgebildet, der andere Meinungen, Kritik und Ermahnung der glaubenden Gemeinde unbeirrt ignoriert und teilweise mit autoritären Mitteln bekämpft. In folgenden sieben Feldern sieht Pfarrer Traub diesen „neuen“ liberalen Fundamentalismus, hier eine Zusammenfassung:

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Fünf Evangelikale definieren sich selbst

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„Was ist Evangelikal?“ Nun wissen wir es also. Jürgen Werth und seine vier Mitstreiter haben es uns erklärt. Eingeladen war sein Nachfolger, der neue Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Michael Diener. Rechts von ihm die Vertreterin aus Übersee, Frau Prof. Marcia Pally, Erforscherin der Politik und nicht der Theologie. Vor Kopf der bekannte Journalist und EFG-Prediger Andreas Malessa. Und gleich links neben Werth der junge Tobias Schöll, Theologie-Student und Evangelist beim ERF CrossChannel. Sieht man es positiv, haben wir gelernt im Bereich Kirchengeschichte. Eher negativ waren die fehlende theologische Tiefe in der Argumentation und eine eher zweifelhafte Motivation hinter den Gesprächen. Was besonders fehlte waren kompetente Gegenüber, die mal eine im Kern andere Meinung vertreten und diese auch hätten äußern dürfen. Zu einig waren sich alle, und zu banal waren die Ergebnisse.

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Salzkraft – Helmut Thielicke

ThielickeWenn man viele Christen in ihrer oft weichen und femininen und süßlichen Art sieht, möchte man meinen, daß sie doch den Ehrgeiz hätten, der Honigseim der Welt zu sein. Sie versüßen und verzuckern die Bitternis des Schicksals durch eine allzu billige Vorstellung vom lieben Gott. Sie erweichen die Härte der Schuld durch eine fast beängstigende Kindschaftsromantik. Sie haben die Hölle wegretuschiert und sehen nur den Himmel offen. Sie stecken vor Teufel und Anfechtung den Kopf in den Sand und haben das ewige und verkrampfte Lächeln einer gespielten Weltüberwindung auf ihren Zügen.

Das Reich Gottes, das unter den Wehen der Geschichte und unter wilden Schmerzen, das unter den Exzessen des Antichrists und unter dem Stöhnen der Märtyrer hereinbrechen soll, ist ihnen zu einem harmlosen Blütengarten geworden, und ihr Glaube ein süßer Honig, den sie diesen Blüten entnehmen. Daher kommt es denn auch, daß die Welt sich an diesen Christen immer wieder überißt und sich angeekelt abwendet, weil sie spürt, daß das Leben härter ist und daß es deshalb größeren Anstand verrät, wenn man seine Bitternisse unverzuckert erträgt.

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Hat der biblische „Fundamentalismus“ ausgedient?

eg-logo-kDer Begriff „Fundamentalismus“ wird in der Gesellschaft meist mit Fanatismus, Intoleranz und Gewaltbereitschaft gleichgesetzt. Sollten Christen, die sich auf das Fundament der Bibel berufen, deshalb auf diese Bezeichnung verzichten? Mit dieser Frage setzt sich der Direktor der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland (EGfD), Andreas Klotz, in seinem Bericht auseinander, den er bei der Jahreshauptversammlung des Gemeinde- und Gemeinschaftsverbandes am 2. Juni 2012 in Radevormwald den 113 Delegierten vorlegte.

Klotz hält den Verzicht auf den Begriff „Fundamentalismus“ trotz berechtigter Einwände aufgrund mangelnder alternativer Standortbestimmungen und der theologischen Tradition seines Verbandes für schwierig. Klotz: „Wenn wir uns mit Rücksicht auf das gesellschaftlich verbreitete Verständnis nicht mehr als ‚Fundamentalisten’ bezeichnen, distanzieren wir uns nicht nur von der Gewaltbereitschaft, die in unserer Gesellschaft scheinbar unauflöslich mit diesem Begriff verbunden ist, sondern gleichzeitig geben wir damit in den Augen unserer Beobachter den Wahrheitsanspruch auf.“ Am Absolutheitsanspruch Jesu Christi müsse man aber erkennbar festhalten, um nicht „eine Entleerung unserer Theologie zu signalisieren“. Die EGfD verstehe die Bibel als unfehlbares Wort Gottes.
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Eine falsche Definition von christlichem Fundamentalismus

Fundament

Der einfache Christ ist verwirrt. Wer im Dialog mit Glaubensgeschwistern jeglicher Herkunft steht, der wird früher oder später mit dem sogenannten Schubladendenken konfrontiert und mit der Frage, in welche er denn wohl einzuordnen sei. Die einen betasten sich vorsichtig, um wenn irgendwie möglich doch zumindest einen gemeinsamen Schrank zu finden. Die anderen jedoch befragen sich solange, bis sie dann endlich ihre Meinungsverschiedenheiten entdecken, um sich dann flugs in unterschiedliche Ordner abheften zu lassen.

„Was glaubst Du? In welche Gemeinde gehst Du? Zu welcher Denomination gehört die? Brüdergemeinde? Offen oder geschlossen? Baptisten? Lutheraner? Etwa Calvinist? Wenigstens gemäßigt? Aber doch wohl reformiert, ja?! Offiziell? Und wie stehst Du zur Taufe? Zukunftslehre? Aber vor allem doch bibeltreu, oder etwa nicht? Einfach nur evangelisch oder sogar evangelikal? Aber doch nicht etwa Fundamentalist? Ach, nein!“ Die Fundamentalismusdebatte hat Spuren hinterlassen.

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