Schlagwort-Archive: Bibelmuseum

Biblische Manuskripte – die Chester-Beatty-Papyri

Chester_Beatty_P45Im Jahr 1930 kam es zu einem Fund von biblischen Manuskripten, der in seiner großen Bedeutung nur dem Fund des „Codex Sinaiticus“ zu vergleichen ist. Nördlich vom Memphis, gegenüber Fayum, an der Ostseite des Nils, wurden auf einem koptischen Friedhof bei Aphroditopolis von einigen Arabern verschiedene Krüge gefunden, die antike Papyri in griechischer Sprache enthielten. Sie wurden über Antiquitätenhändler in Kairo zum Verkauf angeboten. Sofort war das Interesse der großen Museen und Institute wach, aber die Händler verlangten derart unverschämte Preise, daß an den Erwerb zunächst nicht zu denken war.

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Außerbiblische Zeugnisse über Jesus Christus

Ausserbiblische-ZeugnisseIm Folgenden eine Auflistung einiger Texte, die F.F. Bruce in seinem Werk „Außerbiblische Zeugnisse über Jesus Christus und das frühe Christentum“ behandelt. Einerseits beweisen sie sicher die Tatsache, dass Jesus Christus tatsächlich gelebt hat.

Andererseits will und muss Bruce gar nicht beweisen, dass die neutestamentliche Überlieferung wahr ist. Dazu gibt es die Methoden der Textkritik: „Und die Methoden der Kritik, die die historische Minderwertigkeit der apokryphen Evangelien und des mit ihnen verwandten Materials bestätigen, sind dieselben Methoden, die die Überlegenheit der neutestamentlichen Schriften bestätigen.“ (Bruce, S.213) Diese Zusammenfassung ist demnach speziell für solche gedacht, die sich neben den überlegenen Schriften auch für die minderwertigen interessieren.

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Septuaginta

septuaginta

Die Juden von Alexandria hatten ein Problem. Seit Generationen gab es bereits eine ansehnliche Kolonie von ihnen in der Metropole am Nildelta. Im zweiten Jahrhundert vor Christus lebten sie als geachtete Minderheit unter den Ägyptern. Wie die meisten Bürger der Stadt sprachen sie Griechisch; nur wenige beherrschten noch Hebräisch, die Sprache der Väter. So gingen auch die Lesungen am Sabbat in der Synagoge über ihre Köpfe hinweg. Sollte die Heilige Schrift nicht jegliche Bedeutung für sie verlieren, dann mußte eine Übersetzung her. Eine Anzahl jüdischer Gelehrter stellte sich dieser Aufgabe.

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Tischendorf-Erinnerungen, zum Codex Sinaiticus

Tischendorf_ErinnerungenDie Erinnerungen an Tischendorf (1815-1874) sind uns erhalten geblieben durch seinen Schwiegersohn, dem Pastor und Theologen Ludwig Schneller (1858-1953). Zentrales Thema ist, wie schon der Untertitel des Buches sagt, „Die abenteuerliche Entdeckung des Codex Sinaiticus“, eine griechische Handschrift auf Pergament aus der Mitte des 4. Jahrhunderts nach Christus, in großen Unzialbuchstaben. Sie beinhaltet 22 Bücher vor allem des Alten Testaments, dazu Apokryphen der Septuaginta, und alle 27 Bücher des Neuen Testaments, dazu den Barnabas- und den Hermas-Brief. (S. 88) Zu sehen ist die Sinaihandschrift heute im Britischen Museum in London und online auf der Webseite Codexsinaiticus.org

Das damalige geistliche Klima scharfer Textkritik veranlasste Tischendorf zu seiner Lebensaufgabe, die alten Handschriften der Bibel bzw. des Neuen Testaments neu zu entdecken und zu entziffern:

„Es war damals die Zeit, wo berühmte Theologen in Deutschland, in der Meinung, damit der geschichtlichen Wahrheit zu dienen, alles aufboten, um mit den schärfsten Mitteln untersuchender Wissenschaft die Unechtheit der meisten neutestamentlichen Schriften nachzuweisen und so dem Neuen Testament sozusagen das Lebenslicht auszublasen. Tischendorf war überzeugt, daß es zur Zeit keine wichtigere Aufgabe in der Theologie gäbe, als die ältesten Handschriften, d. h. die geschriebenen Bücher des Neuen Testaments, aufs genaueste zu durchforschen, seine Echtheit auch auf diesem Weg nachzuweisen und so die Gegner mit den Waffen der Wissenschaft aus dem Felde zu schlagen.“ (S.10f.)

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Gutenberg Bibel

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Als Krönung von Gutenbergs Druckkunst ist die 42zeilige Bibel (B 42) anzusehen. Das zweibändige Werk mit insgesamt 1282 Seiten entstand in der Blüte seines Schaffens mit Hilfe von etwa 20 Mitarbeitern. Gutenberg hat für diese Bibel 290 verschiedene Figuren gegossen. Die farbigen Initialen und Zeichen wurden später von einem Illuminator und einem Rubrikator eingefügt. Von den 180 Exemplaren waren vermutlich 150 auf Papier und die verbleibenden 30 auf kostbarerem Pergament gedruckt.

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Vulgata

hieronymus

Auch im Westen des Römischen Reiches stießen die Missionare auf Sprachgrenzen. In Rom sprachen die Gebildeten seltsamerweise Griechisch, deshalb konnte Paulus den Römerbrief auf griechisch abfassen. Aber in Spanien und Nordafrika war Latein die Umgangssprache. So entstanden schon um das Jahr 150 erste Übersetzungen ins Lateinische. Bald war das Problem nicht mehr das Fehlen einer Übersetzung, sondern zu viele Übersetzungen, die voneinander abwichen und teilweise auch fehlerhaft waren.

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Zur Entwicklung der Schlachter-Bibel

Schlachter MiniaturbibelSeitdem die von Gott gesegnete Schlachter-Bibel erstmals im deutschsprachigen Raum erschien, hat sie eine Entwicklung durchgemacht, die nur wenigen bekannt ist.

Die erste Ausgabe – die berühmte Miniatur-Bibel – erschien 1905. Revolutionär war das schlanke, dünne Format, das in jede Jackentasche passte. Im Jahre 1907 folgte dann eine Großdruckausgabe, die sogenannte “Hausbibel”. Wesentliches Merkmal der ursprünglichen Schlachter-Bibel war, daß der Bibeltext fortlaufend gesetzt war und der Textfluss lediglich bei einer Änderung der Thematik bzw. bei einem neuen Grundgedanken durch Sinnabschnitte unterbrochen wurde. Im AT hatte diese Ausgabe – analog der Elberfelder-Bibel – vereinzelt auch den alttestamentlichen Gottesnamen mit Jehova wiedergegeben.

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Vollständige Bibel in 475 Sprachen verfügbar

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Laut Weltverband der Bibelgesellschaften (Reading/England) gibt es die gesamte Bibel in 475 Sprachen. Ganz oder in Teilen ist die Bibel in 2.538 Sprachen vorhanden. Weltweit sind über 6.500 Sprachen bekannt. Grundlage für diese Zahlen ist der „Scripture Language Report“ für das Jahr 2011. Die Statistik erfasst alle Sprachen, in denen mindestens ein Buch der Bibel veröffentlicht worden ist. Danach sind im Vergleich zum Vorjahr sechs Vollbibeln und neun Neue Testamente dazugekommen. Für die einzelnen Weltregionen ergeben sich folgende Zahlen (Stand: 01. 01.2012): Afrika 182 vollständige Bibelübersetzungen, Asien und Pazifik 186, Europa und Naher Osten 62, Nord- und Südamerika 44 sowie eine Übersetzung in der Kunstsprache Esperanto.

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